Studie ortet erhebliches Sparpotenzial im Gesundheitswesen

Press review
Die vorliegende Studie beleuchtet – mit einem Blick ins Ausland – mögliche Lösungsansätze mit denen bedeutende Ineffizienzen reduziert werden könnten. Sie zeigt basierend auf Literaturanalysen und Interviews mit Akteuren des Gesundheitswesens auf,
- welche innovativen Lösungsansätze für Effizienzverbesserungen im Ausland bestehen,
- welche Wirkungen von ausgewählten Lösungsansätzen im schweizerischen Gesundheitswesen zu erwarten sind und
- wie sich die Lösungsansätze in der Schweiz umsetzen und in das bestehende System einbetten lassen.
Studie : Mehr Effizienz im Gesundheitswesen : ausgewählte Lösungsansätze : Schlussbericht (Mai 2014)
 

[Artikelauszug] Gesundheitssparkonten (Medical Savings Accounts) haben zum Ziel, das Kostenbewusstsein der Versicherten zu stärken. Nicht mehr eine Versichertengesellschaft übernimmt die Kosten, sondern der Inhaber äufnet sein Gesundheitskonto selbst. Im Krankheitsfall finanziert er die Ausgaben für die Behandlung aus den selber angesparten Mitteln. Als Anreiz, auf unnötige Behandlungen zu verzichten, soll das Kapital dienen, über das die Versicherten in späteren Jahren verfügen können. Meist werde ein solches Konto mit einer Versicherung für Hochrisikokrankheiten ergänzt, so die Studienautoren. Das Modell komme in unterschiedlicher Form etwa in Singapur, China, den USA oder Südafrika zur Anwendung. Derzeit prüfe Liechtenstein ein Versicherungsmodell, welches ein Stück weit in diese Richtung gehe. Die Studienautoren äussern sich allerdings skeptisch zur Idee eines Gesundheitssparkontos: Studien zeigten, dass Leistungen zu spät in Anspruch genommen und dadurch Krankheiten verschleppt werden. Ob längerfristig Kosten eingespart werden könnten, sei ungeklärt. Chronisch Kranke und sozial Schwächere könnten benachteiligt sein. Die Einführung eines Gesundheitssparkontos in seiner Reinform würde ausserdem eine grundlegende Veränderung des Versicherungssystems bedingen, wofür die gesetzlichen Grundlagen fehlten.
Quelle : Berner Zeitung 28/05/2014

                         

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